Selbstreflexion – ein Blick ins eigene Innere

Sich selbst zu reflektieren bedeutet, sich selbst besser kennen zu lernen

Selbsterkenntnis

Selbstreflexion

Wir kennen das Wort reflektieren aus dem Bereich des Visuellen, wenn Lichtquellen oder auch Gegenstände sich spiegeln, im Wasser, auf Glas oder anderen blanken Oberflächen eben reflektiert werden. In diesem Sinne bedeutet „reflektieren“ so etwas wie zurückwerfen, optisch wiederholen.

Im Bereich der Psychologie spiegelt man bei der Selbstreflexion sein Inneres. Man überlegt sich, was in einem vorgeht. Versucht, sich seiner Gefühle bewusst zu werden.

Fühlt nach, welche Gefühle in der gerade zuvor erlebten Situation Übermacht hatten.

Wendet Achtsamkeit für sich selbst an. Hierbei ist auch der verlinkte Beitrag hilfreich. Man versucht, sich selbst besser kennen zu lernen, sich seiner Selbst bewusst zu werden. Das ist zu Beginn nicht so ganz einfach, weil wir nicht gewöhnt sind, uns selbst so im Mittelpunkt zu sehen.

Nach einiger Zeit des Übens, fällt es uns immer leichter, festzustellen, welche Gefühle uns begleiten. Jetzt können wir allmählich zum nächsten Schritt übergehen, der eigentlichen Selbstreflexion. Dabei ist es nicht schlecht, sich professionell begleiten zu lassen.

Selbstreflexion bedeutet, ich werde mir meiner immer mehr bewusst, und erkenne auch, warum ich so, und nicht anders handele. Das ist in diesem frühen Stadium Selbsterkenntnis. Ich erkenne mich selbst, und fange an, mich selbst zu verstehen.

Mit der Zeit werden mir auch meine Motivationen, etwas zu tun, oder zu lassen immer bewusster. Ich denke also über mich und meine Handlungen nach, und beginne zu verstehen, warum ich so reagiere, wie ich es nun mal tue.

Ein Beispiel zum Abschluss: 

Meine Partnerin sagt etwas scheinbar Harmloses. Dennoch reagiere ich so wütend, dass sie aus allen Wolken fällt. – Bin ich fähig, mich selbst zu reflektieren, so kann ich für mich heraus finden, wieso ich derart sauer reagiert habe. Ich fühle nach, und überlege, was mich bewegt hat, so überzogen zu reagieren.

Vielleicht kannte ich den Satz meiner Partnerin aus einem anderen Zusammenhang. Ach ja, hat mein Vater nicht immer diesen Satz gesagt, um sich über mich lustig zu machen? Damit hat er mich viele Male sehr verletzt. Das will ich mir heute nicht mehr gefallen lassen. Deswegen also habe ich so aggressiv reagiert. Und das, obwohl meine Partnerin dem gleichen Satz eine völlig andere Bedeutung beimisst. 

Nun kann ich zu meiner Partnerin gehen, und mich für mein Verhalten entschuldigen. Schließlich galt meine Wut gar nicht ihr.

Selbstreflexion hat dabei geholfen, die eigentliche Ursache der scheinbar unangemessenen Wut heraus zu finden. Hier kommt es über Selbsterkenntnis, die folgende Selbstreflexion und die Entschuldigung zu einer Deeskalation eines sich möglicherweise anbahnenden Streites.

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Hier bloggt für euch Almut Bacmeister-Boukherbata, Psychologische Beraterin & Paarberaterin in eigener Praxis seit 2001. In Hamburg lebend und praktizierend. Bietet seit 2010 auch mobile Beratung im Hamburger Umkreis an. Für alle, die nicht aus Ihrem Einzugsgebiet kommen, bietet sie ebenfalls Telefoncoaching an. Ihre Arbeitsweise ist kreativ und intuitiv, Klientenbezogen. Bekannt unter dem Begriff: "Individuelle Wegbegleitung". Sie schreibt Bücher und betätigt sich künstlerisch.

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