Flashbacks erschweren das Leben

Negative Erinnerungen stören dein Leben im Hier & Jetzt

Traumsequenz in der Puppengesicht und schwarz gekleideter Mann aufeinander stoßen. Puppe schaut ängstlich

Ein Flashback ist ein Erinnerungsschnitzel der bösen Art

Vielleicht hast du es schon einmal gehört, das Wort Flashback. Ist dir jedoch auch die Bedeutung, bzw. der psychologische Zusammenhang bekannt?

Flashbacks sind alte Erinnerungen an negative Erlebnisse, die unkontrolliert und heftig auftauchen, und Erlebtes immer wieder blitzartig hochkommen lassen. Es sind erlebte Traumata, die sich immer wieder in Form kurzer Flashbacks, in dein Bewusstsein drängen, und dich zurück in negative Gefühle werfen.

Diese Erinnerungsfetzen, die ungefragt in dein jetziges Leben prasseln, und dich immer wieder in alte und heftige Erfahrungen abtauchen lassen, sind es, die dir u.a. das Leben erschweren können.

Sie sind Ausdruck einer posttraumatischen Belastungsstörung. Hierbei kann die Ursache, der Grund, der immer wiederkehrenden, dich beeinträchtigenden, Erinnerungen recht unterschiedlich.

Ob es sich um einen Unfall, Gewalterfahrungen, Missbrauch, Mobbing (ausgegrenzt werden) oder beispielsweise eine schwere Krankheit handelt, oder um Kriegserfahrungen, Feuer- oder andere Umweltkatastrophen, all diese Grenzerfahrungen können Traumata hinterlassen. Auch der Verlust eines geliebten Menschen kann Ursache solcher kurzen Zurückerinnerungen sein. Flashbacks bekommst du jedoch nur dann, wenn du schwerwiegende Traumata nicht ausreichend verarbeitet hast.

Kind im Vordergrund nimmt schützend die Hände vor das Gesicht und wendet sich ab, weil Vater im Hintergrund die Hand erhebt. Magenta eingefärbtes Bild

Körperliche Gewalt hinterlässt Spuren in der Seele

Übrigens wird unterschieden, ob die Traumata wiederholt oder einmalig aufgetreten sind, und ob diese von Menschen verursacht wurden. Das hat nämlich Folgen für die Behandlung und die Schwere des Traumatas.

Traumata und seine Folgen

Wie das Wort Traumata schon ausdrückt, handelt es sich hierbei um den Körper und die Seele so beeinflussende Erlebnisse, dass diese Spuren hinterlassen. Die entstandenen Eindrücke sind so massiv gewesen, dass sie sich in den Leib und in die Seele quasi eingebrannt, d.h. die Person traumatisiert haben.

Wenn sich diese vergangenen Ereignisse immer wieder in Form von Flashbacks dem Menschen aufdrängen, kann dieser manchmal nicht mehr zwischen den Erinnerungen und dem Hier & Jetzt unterscheiden. Die Realität verschwimmt und vermischt sich mit den Erinnerungen. Zu sehr greifen diese alten Spuren in das jetzige Leben ein.

Ihm drängen sich also regelmäßig Bilder, seelische und körperliche Erinnerungen, sowie die damit verbundenen negativen Gefühle auf. Gut und sehr viel tiefergehend wird es hier beschrieben.

Mann steht vor Lichtquelle, Man sieht nur den unteren Teil seines Körpers als Schatten. In der Hand hält er ein Schlaginstrument

Beängstigende Gewaltandrohung

Die Folgen dieser Wiederholungen durch Flashbacks sind Schlafstörungen, Albträume, Angst und Panikattacken. Nervosität und die Unfähigkeit, sich zu entspannen. Angespannt achtet die Person darauf, Situationen zu vermeiden, die die Flashbacks auslösen können. Oft isoliert sie sich deshalb, und geht innerlich auf Rückzug. Auch die Gefahr eines Suizids kann nicht ausgeschlossen werden.

Aber gerade die manchmal massiven Schlafstörungen beeinträchtigen das Leben des so Gebeutelten. Er kommt innerlich und damit auch äußerlich nicht mehr zur Ruhe. Muss ständig gebetsmühlenartig die Erinnerungen wiederholen und immer wieder durchgehen, und, was noch viel schlimmer ist, durchleben, sich damit quasi selbst schaden.

So kann es passieren, dass ein Mensch sein Leben lang von Flashbacks gequält wird. Dabei gibt es heutzutage gute Hilfsmöglichkeiten, die dabei unterstützen, diese Erinnerungen zu verarbeiten und loszulassen.

Eine betroffene Person

Eine Klientin von mir hatte als Kind schwere Gewalterfahrungen, gepaart mit jahrelangem Missbrauch durch ihren alkoholkranken Vater, erleiden müssen. Nicht nur, dass er sie regelmäßig und heftig missbrauchte, nein, manchmal kam er betrunken nach Hause, und schlug dann mit einem Rohrstock wahllos auf seine wehrlos im Bett liegende Tochter ein. Das Kind litt massiv an Schlafstörungen, gepaart mit Angstattacken, weil es sich nie sicher sein konnte, in Ruhe gelassen zu werden. Diese Körper und Seele umfassende Gewalt brannte sich dem Kind tief ein.

Kleines zusammen gesunkenes Mädchen in der Iris eines Auges

Gerade die schlimmsten Erfahrungen verfolgen uns

Um meine Klientin zu schützen, gehe ich nicht weiter in ausmalende Details. Fakt ist jedoch, dass sie ein Leben lang unter diesen massivsten Gewalterfahrungen gelitten hatte. Als sie zu mir kam, war sie schon in einem fortgeschrittenem Alter. Aber trotz diverser Therapien holten sie regelmäßig Flashbacks ein und ließen sie immer und immer wieder diese grausame Erlebnisse durchleben.

Bei mir war sie jedoch aus anderen Gründen. Denn ihre frühesten Kindheitserfahrungen hatten u.a. auch zur Folge, dass sie sich beziehungsunfähig fühlte. Denn obwohl sie sich von Herzen nach einem Lebenspartner sehnte, lief eine nach der anderen Partnerschaft schief. Auch im Berufsleben scheiterte sie, weil sie nicht in der Lage war, verbindlich und zuverlässig zu arbeiten. Ihr fehlte jegliches Gefühl für Verlässlichkeit und Bindung.

Das Leben dieser Frau war ein großes Scheitern, da ihr zu viele Grundvoraussetzungen fehlten, um in unserer Gesellschaft im Hier & Jetzt bestehen zu können. Sobald ich von diesen schwersten Gewalterfahrungen erfuhr, riet ich meiner Klientin, sich grundlegende Hilfe bei Fachleuten zu suchen, was sie auch umgehend tat.

Meine Möglichkeiten, ihr zu helfen waren sehr begrenzt. Ich begleitete und stützte sie emotional nur so lange, bis sie einen Therapieplatz für sich fand.

Zerstörtes Haus nach Unwetter

Auch einmalige schwere Erlebnisse prägen nachhaltig

Was man tun kann

Eine posttraumatische Belastungsstörung gehört auf jeden Fall in die Hände psychologischer Psychotherapeuten. Gerade, wenn diese eine Fortbildung zum Thema genossen haben, haben sie gute Hilfsmittel an der Hand, dem seelisch Verletzten zu helfen, und dessen Traumata zu behandeln.

Wenn du also von Flashbacks betroffen bist, und immer wieder zutiefst erschüttert wirst, dann suche dir bitte schnell möglichst Hilfe bei Fachleuten, die sich auf die traumatische Belastungsstörung spezialisiert haben. Es gibt auch Kliniken, die sich genau auf dieses Thema spezialisiert haben.

Nimm‘ Kontakt auf, und lasse dich beraten. Suche dir unbedingt Hilfe, wenn du nicht dein Leben lang immer wieder unter deinen traumatischen Erlebnissen leiden willst.

Schnelle Selbsthilfe bei Flashbacks

Solltest du akute Flashbacks haben, dann ist es am besten, in Bewegung zu kommen. Stehe auf, laufe herum, öffne das Fenster, und atme tief und bewusst mehrmals ein. Lenke deine Aufmerksamkeit auf Gegenstände im Raum. Nimm‘ diese bewusst wahr. Mache dir deutlich, dass das, was du gerade erlebst, eine bittere Erinnerung ist, die du abschütteln kannst.

Also schüttele Arme und Beine aus. Stampfe in den Boden, und gib‘ deine negative Energie über deine Arme in den Boden ab. Konzentriere dich weiter auf deine ruhige Atmung. Ja, so ist es schön.

Betrunkener Vater auf Tisch eingeschlafen, unscharf, dahinter kleines Kind schaut über Tischrand, scharf

Auch suchtkranke Eltern hinterlassen massive Spuren

Einatmen – – – – – – – – – –
Ausatmen – – – – – – – – –

Einatmen – – – – – – – – – –
Ausatmen – – – – – – – – –

Einatmen – – – – – – – – – –
Ausatmen – – – – – – – – –

Lenke deine Aufmerksamkeit in das Hier & Jetzt. Du bist erwachsen und in Sicherheit ist. Dir kann nichts mehr passieren. Im Hier & Jetzt geht es dir gut. Versuche, zur Ruhe zu kommen. Zünde eine Kerze an. Diese spendet dir Wärme und Zuversicht.

Falls du jemanden an deiner Seite hast, könnt ihr daraus ein Ritual machen, was ihr beide zusammen durchlauft. Wichtig ist und bleibt es jedoch, dass du dir selbst hilfst. Vielleicht übst du schon mal im Trockenzustand.

> In Bewegung kommen, herum gehen, Arme und Beine ausschütteln
> Bewusst atmen, Fenster öffnen, und die Atmung kontrollieren
> Gedanken kontrollieren, sich in Erinnerung rufen, dass es sich um Erinnerungen handelt
> ins Hier & Jetzt kommen, Gegenstände fokussieren und bewusst wahr nehmen
> sich bewusst machen, Realität betrachten, sich klar machen, dass man nun erwachsen und sicher ist
> Wärme und Konzentration dagegen setzen, Kerze als Sinnbild entzünden

Aber trotz allem: Suche dir zeitnah Hilfe und Unterstützung von auf das Thema spezialisierten Fachleuten. Wenn du je nach Schwere des Traumas, nicht ein Leben lang darunter leiden willst, brauchst du so früh, wie möglich Hilfe zur Verarbeitung deines Traumas.

 

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Psychologische Beraterin & Paarberaterin in eigener Praxis seit 2001. In Hamburg lebend und praktizierend. Bietet seit 2010 auch mobile Beratung im Hamburger Umkreis an. Für alle, die nicht aus Ihrem Einzugsgebiet kommen, bietet sie ebenfalls Telefoncoaching an. Ihre Arbeitsweise ist kreativ und intuitiv, Klientenbezogen. Bekannt unter dem Begriff: "Individuelle Wegbegleitung". Sie schreibt Bücher und betätigt sich künstlerisch.

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