Der Deutschen neuestes Hobby

Wie umgehe ich am Besten die Corona Regeln – Hintertürchensuche

Wenn man Corona nicht wirklich ernst nimmt …

Nicht, dass du meinst, du würdest hier Tipps bekommen, wie auch du die Corona Regeln umgehen kannst. Im Gegenteil, aber lies‘ doch selbst … 

Wo man auch hinschaut, oder hinhört, vielen Menschen scheint es Spaß zu machen, die notwendigen Regeln zur Eindämmung der Pandemie möglichst elegant zu umgehen. Es ist, als hätten sie sich ein neues Hobby auserkoren, einfach so, aus Langeweile.

Damit meine ich jedoch keinesfalls nur die Corona Leugner, die alles daran setzen, zu beweisen, dass sie keine Angst vor dem Virus haben, denn in ihren Augen ist Corona ja nur eine einfache Grippe, und sowieso nur erfunden als Machtintrument, sondern die Normalos, wie dich und mich.

Da wird die Bitte, die Kontakte zu beschränken, nach allen Regeln der Kunst gebrochen. Man trifft sich ordnungsgemäß nicht mehr in Freundesgrüppchen, sondern klappert die Freunde alle nacheinander und möglichst zeitnah ab. Man hat dann zwar nicht weniger Menschen gesehen, aber dafür alle Freunde. Schließlich ist es das, was man will.

Planen bis es passt

Kindergeburtstage werden in heutigen Zeiten ebenfalls anders gefeiert. Man empfängt die einzelnen Kinder gleich familienweise. Eine Familie nach der anderen (zu Zeiten, als noch 2 Haushalte mit mehreren Personen aufeinander treffen durften), jedoch an einem einzigen Tag, dem Geburtstag oder dazu erkorenen Nachfeiertag. Da freuen sich nicht nur die Kinder …

… sondern auch das Virus und SEINE Kumpanen. Schließlich umgeht sein Wirt die Regel der Kontaktbeschränkung. Klar, irgendwie muss das Virus doch die Chance bekommen sich zu verteilen, trotz aller Hygieneregel, wie AHA & L.

Es gibt also viele Geschenke, und vielleicht ist ja auch Corona dabei. Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben. Auch wenn das bitterböse Ironie ist, so sind doch diese Geschichte wahr.

Ich bin mir jedoch nicht im Klaren darüber, ob die Menschen nicht allen Ernstes geglaubt haben, sich an die Regeln zu halten. Leider jedoch wird es so nichts mit einer immer niedriger werdenden Inzidenzzahl. Da wäre es wichtig, die eigenen Kontakte vernünftig zu beschränken, also deutlich weniger Menschen zu treffen, und nur noch wenige, Auserwählte zu sehen.

Die Viren lachen sich schlapp


In Deutschland wird gegrübelt und geknobelt, wie man trotz staatlich verordneten Lockdowns sein Ziel erreichen kann, ohne dafür bestraft zu werden.

Da nun nur noch 1 Person aus einem anderen Haushalt zu Besuch kommen darf, kann ich auch in meiner Beratungspraxis nicht mehr 2 Personen als Paar beraten. (Unter uns: Das tue ich sowieso schon viele Monate nicht mehr, weil ich zu den besonders gefährdeten Menschen gehöre.)

Besonders findige Zeitgenossen fragen dann nach, ob ich nicht zu ihnen kommen könnte, weil dann ja die Ein-Personen-Regel eingehalten würde.

Leider ist das so tatsächlich nicht gedacht, denn ich würde im Fall von regelmäßigen Besuchen bei Klienten sicherlich zur Virusgefahr werden.

Gern wird auch die Maskenpflicht passend erweitert. Von zerrissenen oder löchrigen Masken, die niemanden mehr schützen, hin bis zur eigenwilligen trage Weise, elegant unter der Nase, oder besonders luftig und legere im Gesicht herum hängend, ist alles dabei.

Luft holen = 1A, nur geschützt wird niemand

Alles, was dem entspannten Luft holen dient, wird ausprobiert, mit Ausnahme vom Daheim bleiben. Obwohl letzteres die wahrscheinlich angenehmste, und auf jeden Fall sicherste Variante bietet. Mein Gott, kann ich gut atmen daheim … 

Natürlich kann ich aus psychologischer Sicht gut verstehen, warum Menschen solche Dinge tun. Wir alle leben mittlerweile schon zu lange mit dem Virus.

Auch wenn uns die Corona Impfstoffe neue Hoffnung geben, so haben wir dennoch mittlerweile das Gefühl, das Leben rauscht an uns vorbei. Wir entbehren Vieles und verzichten, wo es nur geht.

Das Virus gehört zu unserem Alltag, und die Angst vom Anfang verlässt uns immer mehr. Wir bekommen eine gewisse Routine im Umgang mit der Gefahr.

Gestern, beim schwedisch lernen kam mir folgender Satz unter: „Die Krebse leben, bevor sie sterben.“  Ein unsinniger Satz, der einer gewissen Komik nicht entbehrt. Aber was, wenn sich bei uns das Gefühl breit macht, wir leben gar nicht mehr, nur, weil wir riskieren zu sterben!?

Wenn genau das, das vorherrschende Gefühl ist, und wir die Regeln zu umgehen, zu unserem Hobby machen? Wenn wir so ein wenig Spannung in unser Leben bringen, um die Leere auszufüllen, die uns immer mehr begleitet?

Alles, was uns Freude macht, kommt wieder

Es gibt viele Gründe, sich zu beschäftigen, doch Corona Regeln zu umgehen, sollte nicht dazu gehören. Denn geneinsam durchhalten sichert uns in hoffentlich in naher Zukunft wieder ein besseres Leben mit allen Freiheiten.

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Almut Bacmeister-Boukherbata
Psychologische Beraterin & Paarberaterin in eigener Praxis seit 2001. In Hamburg lebend und praktizierend. Bietet seit 2010 auch mobile Beratung im Hamburger Umkreis an. Für alle, die nicht aus Ihrem Einzugsgebiet kommen, bietet sie ebenfalls Telefoncoaching an. Ihre Arbeitsweise ist kreativ und intuitiv, Klientenbezogen. Bekannt unter dem Begriff: "Individuelle Wegbegleitung". Sie schreibt Bücher und betätigt sich künstlerisch.
Almut Bacmeister-Boukherbata

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