Sich selbst lieben lernen

*Unbezahlte Werbung wegen Nennung von Firmennamen, die mit guten Beispielen voran gingen.

Nimm‘ dich an, wie du bist

Es gibt viele Gründe, Salat zu essen …

Ich erinnere mich noch sehr gut, obwohl es ein paar Jahrzehnte her ist… Ich war jung, sehr jung, von unter zwanzig, bis ca. Mitte zwanzig, da wurde ich öfter angesprochen, einfach, weil ich im Restaurant Salat bestellte.

Du musst wissen, ich liebte Salat über alles. Dazu ist es vielleicht gut zu erwähnen, dass ich aus einer Familie kam, in der viel Salat gegessen wurde. Insbesondere meine Mutter aß Salat in rauen Mengen. 

Salat ist auch das, was ich als Kind als erstes zubereiten konnte. Unser familiäres Salatdressing bestand aus 5 Zutaten, die ich bis heute liebe. Kein Wunder also, dass ich gern Salat aß.

Diäten-Wahn

Allerdings kam ich auch aus einer Familie mit Übergewicht. Immer wieder begegnete mir also folgender Satz in kleinen Varianten: „Ach, du machst Diät, willst du abnehmen?!“ Nun wog ich im Twiggy Zeitalter bei einer Größe von 1.72m  ganze 72 kg. Das war zwar mollig, aber nicht wirklich dick, obwohl ich mich so fühlte. Salat allerdings aß ich nicht, weil ich schlanker werden wollte, sondern weil ich ihn liebte.

Eine blöde Situation. Teilten mir die anderen doch indirekt mit, dass ich zu dick sei, und ihrer Meinung nach eine Diät machen sollte. Natürlich fühlte ich mich nicht sonderlich wohl dabei, zugeben zu müssen, ich würde keine Diät machen.  Wer so vehement anzeigt, dass sein Gegenüber eine Diät zu machen habe, dem wird es schwer fallen, zu begreifen, dass sein Gegenüber nicht abnehmen will. Das war schon sehr unangenehm, eins ums andere Mal.

Dennoch kann ich eins sagen: Ich habe noch niemals in meinem Leben eine Diät gemacht, obwohl ich mein Leben lang mit auch sehr viel Übergewicht zu kämpfen hatte. Das heißt nicht, dass ich es super toll finde, übergewichtig zu sein. Wenn ich die Wahl hätte, wäre ich schlank, da das Leben dann einfacher ist. Aber ich habe schon lange aufgehört, gegen mich selbst zu kämpfen, und mich zu quälen, um abzunehmen. Ich esse zu gern, und dazu stehe ich.

So war ich 🔝, aber andere wollten mich so ⬆️ haben

Selbstbewusstsein entwickeln

Stattdessen arbeite ich an mir. Wurde selbstbewusst und lernte sehr früh, mich selbst zu lieben, und so zu akzeptieren, wie ich nun mal bin.

Selbstbewusstsein benötigt man besonders dann, wenn man keine Traumfigur hat, und/oder nicht so aussieht, wie ein Fotomodell. Unsere Mitmenschen sind oft hart in ihrer Beurteilung, insbesondere dann, wenn wir so einige Kilos zu viel wiegen.

Dabei wäre Akzeptanz wichtig. Wir Menschen sind nun mal unterschiedlich, groß, klein, dick, dünn, braun, blond usw. und haben unterschiedliche Charaktere, und denken verschieden.

Wir haben einen eigenen Geschmack, und unterscheiden uns auch in Hautfarbe und Sprache. Gott sei Dank. Es wäre nämlich traurig um uns bestellt, wenn wir alle gleich aussehen würden.

Und auch dann wäre es gar nicht sicher, ob wir alle schlank wären. Also: Dünne aufgepasst: Unser Idealbild wurde nur von den Medien und Modemachern geprägt. Vielleicht wäre eine gewaltige Figur die Norm, um uns auf Hungerszeiten vorzubereiten, in denen wir deutlich länger überleben, oder einfach, weil Genuss das ersehnte Ziel ist.

Ebenso, wie es möglich ist, sich nur untergewichtige Models für die Präsentierung neuer Mode auszusuchen, ein Umstand, der uns seit vielen Jahren prägt, wäre es doch denkbar, dass die Bäcker Innung und die Lebensmittelindustrie plötzlich runde Menschen hypt, einfach, weil diese das Essen lieben.

Wären wir nun in den Medien umgeben mit ausgeglichenen runden Menschen, so würde sich unsere Wahrnehmung allmählich verändern. Natürlich wäre auch das ein schleichender Prozess. Ein Umdenken in unserer Gesellschaft wäre notwendig.

             Lerne sein zu dürfen, wie du bist

Sicher möchte ich mich nicht für einen Umkehrung der Verhältnisse stark machen, sondern für eine Vielfalt in den Medien, die unserer gesellschaftlichen Realität entspricht, und widerspiegelt.

Vor Jahren gab es bereits einige gute Ansätze, bisherige Sichtweisen zu verändern.

Auch wenn ich mich der Schleichwerbung bezichtigen lassen muss, ich erinnere mich an die Werbung von, ich glaube es war „Benetton“, die eine Vielfalt der Hautfarben präsentierten. „Dove“, die Kosmetikfirma, wagte es, molligere Models ihre Produkte bewerben zu lassen, und schließlich war es die Zeitschrift „Brigitte“, die aus dem Schlankheitswahn aussteigen wollte, indem sie fortan, keine untergewichtigen Models, sondern Frauen, wie du und ich abbildeten. Meinen Beifall. Auch wenn man heutzutage nichts mehr davon hört, oder sieht.

Drehen sich deine Gedanken nur ums Essen und deine Figur?

Nicht nur die Medien prägen uns und unser Schönheitsideal, an das wir natürlich niemals heran reichen können, sondern auch wir selbst prägen unsere Kinder und Kindeskinder. Zum einen, weil wir uns nicht genügend stark machen, dafür, dass sich gesellschaftlich etwas verändert, zum anderen, weil wir in unserer Selbstkritik oder sogar Selbstzerfleischung ein schlechtes Vorbild abgeben.

Embrace – Du bist schön

Wenn es dir möglich ist, schau‘ dir unbedingt den Film „Embrace – Du bist schön“ an. Dieser ist noch bis zum 1.12. 2019 in der ARTE Mediathek abrufbar. Falls du meinen Beitrag erst später liest, dann google doch danach, vielleicht findest du den sehenswerten Film ja anderswo. Obwohl ein Dokumentarfilm, ist dieser Film unterhaltsam und macht nachdenklich. Ich kann ihn dir nur ans Herz legen.

Schön ist nicht nur, wer superschlank ist

Mache dir bewusst, was es bedeutet, einem Schlankheitsideal hinterher zu laufen, dass es möglicherweise nicht wert ist. Setze dich erst für dich selbst, und dann gern auch für andere ein, die sich selbst vielleicht weniger gut verteidigen können. Lerne mit dem zu leben, was ist.

Werde auch anderen Menschen gegenüber toleranter. Werte niemanden ab, und auch dich selbst nicht. Das Leben ist schön, wenn man nicht permanent damit beschäftigt sein muss, sich selbst zu kasteien.

Lerne dich zu akzeptieren, mit all deinen Ecken und Kanten. Mit deinem Aussehen, deiner Figur, deinen Handicabs. Mit deiner Hautfarbe, deinen Fähigkeiten und deinen Unfähigkeiten.

Es geht hier um dich. So wie du bist. Du bist gut. Du bist schön. Du bist eigen. Kein Mensch auf der Welt gleicht dir. Du bist einzigartig!

Wenn du magst, unterstütze ich dich gern bei der Selbstakzeptanz und führe dich zur Selbstliebe. Ich coache dich, bis du dir deiner selbst bewusst bist.

 

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Almut Bacmeister-Boukherbata
Psychologische Beraterin & Paarberaterin in eigener Praxis seit 2001. In Hamburg lebend und praktizierend. Bietet seit 2010 auch mobile Beratung im Hamburger Umkreis an. Für alle, die nicht aus Ihrem Einzugsgebiet kommen, bietet sie ebenfalls Telefoncoaching an. Ihre Arbeitsweise ist kreativ und intuitiv, Klientenbezogen. Bekannt unter dem Begriff: "Individuelle Wegbegleitung". Sie schreibt Bücher und betätigt sich künstlerisch.
Almut Bacmeister-Boukherbata

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