Die eigene Resilienz stärken – Teil 2
Tipps & Übungen
Wie bereits in meinem Beitrag in der letzten Woche „Wie stärke ich meine Resilienz?“, geht es auch heute im 2. Teil wieder darum, was du tun kannst, um deine seelische Widerstandskraft zu stärken.
Bevor wir starten, beschäftige dich doch bitte nochmal mit folgenden Fragen:
Wie kommt es, dass manche Menschen auf ein bisschen Stress fast hysterisch reagieren, und sich schnell von dieser Situation überfordert fühlen, während andere Menschen den stärksten Stürmen scheinbar unbeschadet trotzen?
Welcher Reaktionstyp bist du? Reagierst du eher gestresst auf übermäßige Anforderung, oder bleibst du die Ruhe selbst?
Resilienz ist natürlich das Zauberwort. Mit gestärkter Resilienz wirst auch du stressigen Zeiten gelassen gegenüber treten.
Es ist, als ob eine innere Stärke dich wie ein Schirm vor dem Unbill schützt, der uns im Leben hin und wieder begegnet.
Neben der Achtsamkeit für sich selbst, und der Stärkung deines Selbstbewusstseins, (passende Übungen in Teil 1) können dir folgende Übungen dabei helfen, deine Resilienz aufzubauen
3. Werde dir deiner Kompetenzen bewusst. Überlege dir, was du besonders gut kannst. Welche Fähigkeiten zeichnen dich aus, welche Begabungen hast du? Nimm‘ dir Zettel & Stift zur Hand, und notiere dir, welche Dinge du gut kannst.
2 Listen helfen dir
Unterscheide dabei dein (a) Privatleben mit Familie und Freizeitinteressen und dein (b) Berufsleben. Du machst also 2 Listen.
Bitte die Menschen in deiner näheren Umgebung, dir zu helfen. Was glauben sie, in welchen Bereichen du besonders gut bist?
Kannst du z.B. besonders gut Streit schlichten? Oder etwas besonders gut erklären? Welche Kompetenzen hast du? Notiere sie in deinen beiden Listen und füge immer mehr hinzu, wenn dir etwas einfällt.
Führe dir regelmäßig vor Augen, was du alles kannst. Das stärkt auch dein Selbstvertrauen. In Krisenzeiten kannst du dir diese Listen auch bewusst vornehmen, und dir so deine eigene Stärke und Fähigkeiten bewusst machen.
4. Überprüfe die Realität. Das Leben und insbesondere unsere Psyche sind kompliziert. Und weil das so ist, kann es sein, dass deine Psyche dir eine Realität vorspielt, die eingefärbt von deinen Erfahrungen ist, und der wirklichen Realität nicht entspricht.
Angenommen, du wurdest als Kind regelmäßig von deinen Eltern kritisiert, hast du möglicherweise damals folgenden Schluß daraus gezogen: „Egal, was ich mache, es ist falsch.“
Verzerrte Realität
Wenn nun dein Chef dich kritisiert, dann werden deine früheren Erfahrungen getriggert. Innerlich wirst du vielleicht wütend, und denkst: „Nie kann er mich loben. Er mag mich nicht.“
Überprüfst du nun die Realität, stellst du vielleicht fest, dass die Kritik berechtigt war, weil du tatsächlich etwas vergessen hast, und dir fällt auf, dass dein Chef dich oft anerkennt, und dir auch wohl gesonnen ist.
Deine Psyche hat dir eine verzerrte Realität vorgegaukelt. Es ist übrigens Selbstreflexion, die dir hier ebenfalls gut weiter hilft. Mit deren Hilfe lernst du nämlich, dass Stress auch hausgemacht sein kann, weil wir alle die Realität eingefärbt durch unsere Erfahrungen sehen. Deshalb müssen wir uns immer wieder fragen, warum wir so reagieren, wie wir es nun mal tun. Wir reflektieren uns selbst.
Du siehst, es gibt viele Übungen, die dich widerstandsfähiger gegen Stress von außen machen. Wichtig ist eins: Gehe Schritt für Schritt. Entwickle deine Persönlichkeit weiter und stabilisiere dein Selbstbewusstsein.
DAS stärkt u.a. auch deine psychische Widerstandskraft.
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