Patchworkfamilie (4) – Glücklichsein

Wenn Patchwork gelingt

Glückliche Patchworkfamilie

Ob Patchwork gelingt, hängt oft auch von den Umständen ab. Selbst wenn man die ersten Phasen des Kennenlernens erfolgreich hinter sich gebracht hat, und es den Anschein hat, man verstehe sich als zusammengewürfelte Familie gut, gibt es noch viele Klippen zu umschiffen.

Erst beim Zusammenleben stellt sich auf Dauer heraus, ob wirklich alle neuen Familienmitglieder miteinander auskommen. Dabei ist es u.a. wesentlich, wie alt die Kinder sind. Kleinere Kinder akzeptieren leichter als ältere Kinder neue Partner von Mama oder Papa und deren Regeln, weil sie entweder die Situation noch nicht so ganz verstehen, oder einfach hinnehmen, was passiert.

Je älter die Kinder beim Zusammenkommen der Eltern sind, desto schwieriger. Sie lassen sich einfach nichts sagen. „Du bist nicht mein Vater/meine Mutter, du hast mir gar nichts zu sagen.“  

So oder so ähnlich wurde bestimmt schon jede/r neue Partner/in zurecht gewiesen. Leider gerade auch dann, wenn er/sie sich viel Mühe gegeben hat.

Ist der zweite leibliche Elternteil regelmässig präsent, wird es noch schwieriger, weil gerade ältere Kinder einen neuen Partner / eine neue Partnerin an der Seite ihres Elternteils als Konkurrenz erleben und oft nur scher akzeptieren können.

Anders verhält es sich, wenn der zweite leibliche Elternteil fehlt, d. h. nicht präsent ist. Dieser Umstand erhöht beim Kind häufig die Bereitschaft, einen neuen Menschen an der Seite seines Elternteils zu akzeptieren.

Im günstigsten Fall freut sich das Kind und ist glücklich darüber, dass die Lücke gefüllt wird..

Große Patchworkfeste feiern

Gut, wenn es nun beide Patchworkelternteile schaffen, ihre neue (Groß-)familie den Kindern und den Familienangehörigen schmackhaft zu machen. Schliesslich kann man auch Onkel und Tanten, Großeltern usw. integrieren. So kann man große Feste feiern, und hat mehr gemeinsame Freude. 

Hat sich die Familie gleich zu Beginn auf ein gemeinsam besprochenes Familienregelwerk geeinigt, und ist die Bindung der neuen Familienmitglieder miteinander gelungen, dann steht dem Glück in einer Patchworkfamilie kaum noch etwas im Weg. 

Eine Eheschließung untermauert meist das Familienglück und verstärkt das frische Zugehörigkeitsgefühl aller.

Der neue Zuwachs wird herzlich empfangen

Ein gemeinsames Kind schafft ebenfalls Verbindung, wenn es den Eltern gelingt, die eigenen Kinder gut zu integrieren.

Wichtig ist es in diesem Fall eine Win-Win-Situation herzustellen. Die Eltern freuen sich u.a. über den Nachwuchs, weil er das sichtbarste Zeichen der neuen, wachsenden Patchworkfamilie ist.

Aber auch die Kinder sollten sich über das Geschwisterchen freuen können, weil sie als „Große“ nun zum Beispiel etwas dürfen, was sie vorher nicht durften.

Die Gefahr ist, dass die in die Beziehung mitgebrachten Kinder eifersüchtig auf den Zuwachs sind, weil dieser als Sprössling des neuen Paares aufwächst.

Schutz in einer Patchworkfamilie erfahren

Es kommt also sehr darauf an, wie die jeweiligen Elternteile den eigenen Kindern die neue Liebe präsentieren, wie sie ihnen eine neue Wohnsituation schmackhaft machen, und neue Stiefkinder/-geschwister integrieren.

Glücklichsein in einer frisch zusammen gewürfelten Familie ist möglich, mehr noch: Diese Familienkonstellation kann sehr bereichernd sein. 

Probleme in Patchworkfamilien kann man nämlich lösen, noch besser: Wehret den Anfängen. Ich stehe euch gern hilfreich zur Seite.

 

 

 

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Almut Bacmeister-Boukherbata
Psychologische Beraterin & Paarberaterin in eigener Praxis seit 2001. In Hamburg lebend und praktizierend. Bietet seit 2010 auch mobile Beratung im Hamburger Umkreis an. Für alle, die nicht aus Ihrem Einzugsgebiet kommen, bietet sie ebenfalls Telefoncoaching an. Ihre Arbeitsweise ist kreativ und intuitiv, Klientenbezogen. Bekannt unter dem Begriff: "Individuelle Wegbegleitung". Sie schreibt Bücher und betätigt sich künstlerisch.
Almut Bacmeister-Boukherbata

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