Wenn ZWEI sich streiten …

… dann leidet die Beziehung

Aggression schadet der Beziehung

„Streit kommt in den besten Familien vor.“ Dieser Satz ist so alt, wie er wahr ist. Auch deswegen stelle ich ihn an den Anfang meines Beitrages.

Eine Beziehung, Partnerschaft oder Ehe ist nicht vorstellbar ohne Streit. Auch wenn sich zwei Menschen wunderbar verstehen, so kann es hin und wieder zu Auseinandersetzungen kommen.

Einfach aus der Tatsache heraus, dass zwei Individuen aufeinander stoßen, die natürlich unterschiedliche Erfahrungen und Prägungen mit in die Beziehung bringen. Das wiederum hat zur Folge, dass die Beiden durchaus unterschiedlicher Meinung sein können.

Nehmen wir das Beispiel Urlaub.

Unser Paar, welches uns als Beispiel dient, harmoniert im Alltag relativ gut. Auseinandersetzungen gibt es kaum, bis zu dem Tag, als die beiden ihren gemeinsamen Urlaub planen wollen.

Während sie gern in den Süden fliegen möchte, weil sie es liebt, im Meer zu baden, und am Strand liegen als Erholung pur ansieht, zieht er Winterurlaub vor. Er läuft gern Ski, und genießt die sportliche Betätigung im Urlaub.

Das Problem der Beiden ist, dass sie sich nur einen größeren Urlaub pro Jahr leisten können. Sie müssen sich also entscheiden. So kommt es, dass beide anfangen, für ihren Urlaubswunsch einzutreten, und Argumente aufzufahren.

Doch je vehementer das Gegenüber seinen Wunsch verteidigt, desto verletzter reagiert der Andere. Beide fühlen sich in ihrem eigenen Wunsch nicht gesehen und respektiert. Während sie argumentiert, dass sie Kälte nicht ertragen, und auch kein Ski fahren kann, sagt er, dass er sich bei der Wärme im Süden nicht erholen kann.

Die Fronten verhärten sich immer mehr. Keiner der Beiden will nachgeben, und auf seinen Lieblingsurlaub verzichten. Der Ton wird immer härter und auch lauter.

Am Ende des Streits sind beide Seiten verletzt

Da keine Einigung in Sicht ist, eskaliert die Diskussion und wird zum Streit. Schließlich will sich jeder durchsetzen, und die Urlaubsform umsetzen, die ihm persönlich genehm ist. 

Das eine oder andere böse Wort fällt, und die Wut auf den Anderen steigt. Da bei ihm scheinbar keinerlei Kompromissbereitschaft vorhanden ist, beharrt man selbst auch auf seinen Standpunkt. 

Schnell ist die Situation verfahren, und keinerlei Kompromiss mehr möglich, zumal bereits die Drohung im Raum stand, dass jeder dann halt auf seine Art allein Urlaub macht. Dabei hatten die Beiden sich doch so auf gemeinsamen Urlaub gefreut… Der innere Stresspegel steigt dabei immer weiter, und der Streit eskaliert immer weiter.

Die beiden Streithähne sind verbittert. Der Streit hat Folgen. Die Harmonie ist nun gefährdet. Gerade auch, weil im Ärger Worte gefallen sind, die man lieber nicht gesagt hätte. Weitere ähnliche Streitereien würden die Beziehung massiv belasten.

Nun bleibt nur eins: Farbe bekennen. Sich entschuldigen. Dem anderen mitteilen, dass man die Worte nicht so gemeint hat. Dass man sich im Ärger hat hinreißen lassen. Dass die Enttäuschung und das Gefühl, selbst scheinbar in dem Moment nicht so wichtig für den Anderen zu sein, eine unbändige Verzweiflung ausgelöst hat. Wut. 

Dass es nicht okay war, den eigenen Schmerz übermächtig werden zu lassen, und den Wunsch zu haben, den Anderen ebenfalls leiden zu sehen.

Auch wenn solche Gefühle durchaus menschlich sind, so gehören sie doch nicht in eine gute Partnerschaft. Streiten muss manchmal sein, um seinen Standpunkt darzustellen, oder zu verteidigen. Konstruktiv streiten ja. So streiten, dass es ein Ergebnis gibt.

Wenn uns allerdings die negativen Gefühle übermannen, wir immer wütender werden, und dann zu verletzenden Aussagen greifen, dann läuft etwas schief. Dann ist verbale Gewalt mit im Spiel, die nicht in eine Beziehung gehört.

Streitereien sollten gewaltfrei ausgetragen werden. Wie das geht, dass erfahrt ihr in einem meiner nächsten Beiträge.

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Almut Bacmeister-Boukherbata
Psychologische Beraterin & Paarberaterin in eigener Praxis seit 2001. In Hamburg lebend und praktizierend. Bietet seit 2010 auch mobile Beratung im Hamburger Umkreis an. Für alle, die nicht aus Ihrem Einzugsgebiet kommen, bietet sie Telefonberatung an. Ihre Arbeitsweise ist kreativ und intuitiv, Klientenbezogen. Bekannt unter dem Begriff: "Individuelle Wegbegleitung". Sie schreibt Bücher und betätigt sich künstlerisch.
Almut Bacmeister-Boukherbata

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