Mama, bin ich dir nicht wichtig?

Was die Benutzung von Smartphones mit unseren Kindern macht

Baby in Konkurrenz zum Smartphone

Unsere heutige Gesellschaft verändert sich massiv. Die technischen Erneuerungen der letzten 100 Jahre haben entscheidenden Einfluss auf unser Leben ausgeübt und es stark beeinflusst.

Aber noch nie waren technische Veränderungen dabei auch so immens durchgreifend auf unsere Gesellschaft. Fast jeder, der Wert darauf legt, hat heute bereits ein Smartphone. Die daraus sicher entstehenden sozialen Folgen haben sich allerdings noch nicht endgültig ausgewirkt.

Eine Tendenz ist aber schon jetzt klar erkennbar: Kinder und Jugendliche kommunizieren hauptsächlich über das Handy oder den PC miteinander. Man sie zum Beispiel dabei beobachten, dass sie nebeneinander sitzend, sich gegenseitig Nachrichten schreiben.Die Folgen liegen auf der Hand: eingeschränkte soziale Fähigkeiten, mangelnde Kommunikationsfähigkeiten, Vereinsamung. So weit nur in Kürze.

In diesem Beitrag geht es hauptsächlich darum, welche psychischen Auswirkungen die Benutzung der Smartphones durch die Eltern auf deren Kinder hat.

Stell‘ dir vor, ein Baby, im Bettchen oder Kinderwagen liegend, erlebt seine Mama immer wieder am Handy telefonierend. Es ist noch zu klein, um zu begreifen, dass am anderen Ende, unsichtbar für das Kleine. ein anderer Mensch ist. Was nimmt das Kleine wahr? „Mama redet. Aber sie lächelt mich dabei nicht an. Meist schaut sie ganz woanders hin. Sie freut sich nicht über mich.“

Ein kleines Kind, welches Ähnliches erlebt, muss zwangsläufig das Gefühl bekommen: „Ich bin nicht wichtig. Mama interessiert sich für andere Dinge und Menschen mehr, als für mich. Also bin ich nichts wert.“ Die Folgen auf die Psyche dieses kleinen Menschen liegen auf der Hand: Aus ihm wird vermutlich ein erwachsener Mensch, der unter massiven Selbstwertmangel leidet.

Verschlimmernd kommt hinzu, dass das Baby, die Sprache nur sehr schwer erlernt. Schließlich lernt ein Baby die Sprache in erster Linie dadurch, dass die Eltern mit ihm sprechen. Auch dadurch, dass die Eltern dem Kleinen spiegeln, dass seine Sprachversuche auf fruchtbaren Boden fallen. Eine Mama, die ganz bei ihrem Kind ist, ahmt häufig auch dessen Sprache nach. So werden dessen Dopplungssilben wiederholt, und dessen Geräusche. Das Baby erfährt, ich bin nicht nur wichtig, ich bin auch richtig, mit dem, wie ich mich in der Sprache versuche. Eine Mutter spiegelt ihr Kind, denn nur in diesem Spiegel kann das Neugeborene sich wahrnehmen. So ist Mama in den ersten Lebensjahren auch für die Gefühle zuständig.

„Du bist hingefallen. Du weinst, weil du dir weh getan hast.“, „Dass dein Freund dir deine Schaufel weg genommen hat, macht dich ärgerlich.“, usw.

Ist Mama aber eher mit ihrem Smartphone beschäftigt, als ihre Aufmerksamkeit bei ihrem Kind zu haben, dann kann das verheerende Folgen für das Baby haben. Es bleibt mit seiner Babysprache, mit seinen Gefühlen, mit seinem Recht auf Spiegelung seiner Wichtigkeit allein.

Was soll nur aus diesen Kindern werden?

 

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Almut Bacmeister-Boukherbata
Psychologische Beraterin & Paarberaterin in eigener Praxis seit 2001. In Hamburg lebend und praktizierend. Bietet seit 2010 auch mobile Beratung im Hamburger Umkreis an. Für alle, die nicht aus Ihrem Einzugsgebiet kommen, bietet sie Telefonberatung an. Ihre Arbeitsweise ist kreativ und intuitiv, Klientenbezogen. Bekannt unter dem Begriff: "Individuelle Wegbegleitung". Sie schreibt Bücher und betätigt sich künstlerisch.
Almut Bacmeister-Boukherbata

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