Kinder & Resilienz

Eine Frage der Erziehung

Resilienz beim Kind erzeugen

Wie kann man bereits die psychische Widerstandsfähigkeit bei Kindern stärken?

Resilienz, die seelische Widerstandskraft, entsteht, wenn alles optimal läuft, schon ganz früh im Leben. Dann nämlich, wenn die Eltern es schaffen, eine Bindung zu ihrem Kind aufzubauen, und so eine Art Urvertrauen des Kindes zu stärken.

Erlebt das Kind, dass es von seinen Eltern verstanden wird, und auch seine Bedürfnisse befriedigt werden, so kann diese tiefe Bindung entstehen, die das Kind auch für die Zukunft kräftigt.

Anders als in den Generationen zuvor, in denen nur gefragt wurde, ob das Kind satt, und trocken ist, wird heute besonders auch auf die emotionalen Bedürfnisse des Kindes eingegangen.

Ein Baby hat natürlich das Recht, unterhalten zu werden, Wärme & Nähe zu erfahren, und darauf zu vertrauen: „Meine Eltern sind da, wenn ich sie brauche.“

Urvertrauen ist wichtig

So entsteht ein Grundvertrauen, auf dessen Basis das Kind lernen kann, auch sich selbst zu vertrauen. Das Kind lernt so bereits früh, dass es einen hohen Wert hat. Gute Voraussetzungen also für Resilienz.

Mir gefällt fas Bild vom schützenden Mantel gut, dass ich irgendwo einmal gelesen habe. Die gelungene Bindung, und das daraus resultierende Urvertrauen legt sich als wärmender Mantel um den Menschen. Er sorgt auch dann für Schutz, wenn Stress und Unbill ihn in späteren Jahren fordern.

Gut bemäntelt: Ein Leben lang geschützt

Der Umgang mit Gefühlen

Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Erziehung ist es, den eigenen Kindern bereits früh den Umgang mit den eigenen Gefühlen beizubringen.

Solange die Kinder noch sehr klein sind, können die Eltern für sie die vorhandenen Gefühle benennen. Kinder müssen nämlich erst lernen, wie man die Gefühle bezeichnet, die sie aktuell empfinden.

Ein Beispiel: Ein Zweijähriger quengelt, weil er im Geschäft einen Lolli gesehen hat, den er gern hätte. Da er ihn nicht bekommt, fängt er an zu weinen. Die Mutter sagt: „Du bist jetzt traurig, weil du den Lolli nicht bekommen hast.“ Sie ordnet das Gefühl der Ursache zu, und benennt es.

Benennen von Gefühlen

Auf diese Art lernt ein Kind, das zu verstehen, was es in sich spürt und dessen Ursache zu erkunden. Selbstachtsamkeit wird so zu einer Selbstverständlichkeit. Gerade dann, wenn Eltern das Bewusstsein des Kindes immer wieder spielerisch auf dessen Befinden lenken.

In einem zweiten Schritt kann man das Kind die eigenen Gefühle benennen lassen. Auch hier, wie in allen anderen Situationen auch, lernt das Kind durch Vorbilder.

Liebe Eltern, benennt also auch ihr eure Gefühle. Redet darüber und auch darüber, wodurch sie ausgelöst werden. Das hilft nicht nur euren Kindern, sondern auch euch!

Diese Tipps können spielerisch in euren Alltag integriert werden. Seid kreativ und lasst euch etwas einfallen. Ihr könnt euch auch gemeinsam mit euren Kindern überlegen, bei welcher Gelegenheit ihr eure Gefühle benennen wollt.

Spielerisch den Umgang mit Gefühlen lernen

Denkbar wäre ein gemeinsam ausgedachtes Stichwort, welches von einem Familienmitglied ausgerufen, alle dazu bringt, die augenblicklichen Gefühle zu benennen.

Dabei darf bei Interesse nachgefragt werden, welche Ursache ein Gefühl hat. So bekommen auch die Kinder die Chance, Initiator zu sein. und euer Zusammenhalt wächst.

Der Zusammenhalt der Familie wächst

 

 

3 Fragen führen zur Selbstreflexion

„Wie geht es dir? Was empfindest du? Wodurch entstehen diese Gefühle in dir?“ Altersgerecht in das kindliche (Er-)leben eingebaut und regelmäßig abgefragt, stärken diese Sätze die Fähigkeit des Kindes, sich selbst zu verstehen und die eigenen Gefühle zu ergründen.

Wer sich selbst und die eigenen Reaktionen gut kennt, der wird später weniger von Stress überrollt. 

So ist es ebenfalls gut, bereits als Kind zu lernen, Lösungsstrategien zu entwickeln. Auf der einen Seite zu lernen, gut für sich selbst zu sorgen, auf der anderen Seite Wege aus der Krise zu finden.

Ein kleines Mädchen weint, weil es sich mit seiner besten Freundin gestritten hat. Nun wird es von der Mama angehalten, zu dem Mädchen zu gehen, und sich zu versöhnen. 

Ein kleiner Junge hat seinen Ball in das Gebüsch geschossen. Bevor er in Geschrei ausbricht, sagt Mama: „Frage doch ein größeres Kind, ob es dir den Ball holen kann.“

Derart auf das Leben vorbereitet, kann auch die stärkste Windboe diesem Menschen auch im späteren Leben nichts anhaben.

Natürlich gibt es noch unzählige Faktoren, die ebenfalls die Resilienz stärken  Grenzen sind z.B. wichtig, und gehören dazu.

Ich erhebe mit meinem Beitrag nicht den Anspruch, dieses Thema vollständig abgehandelt zu haben. In einem meiner zukünftigen Beiträge werde ich darauf zurück kommen. 

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Almut Bacmeister-Boukherbata
Psychologische Beraterin & Paarberaterin in eigener Praxis seit 2001. In Hamburg lebend und praktizierend. Bietet seit 2010 auch mobile Beratung im Hamburger Umkreis an. Für alle, die nicht aus Ihrem Einzugsgebiet kommen, bietet sie ebenfalls Telefoncoaching an. Ihre Arbeitsweise ist kreativ und intuitiv, Klientenbezogen. Bekannt unter dem Begriff: "Individuelle Wegbegleitung". Sie schreibt Bücher und betätigt sich künstlerisch.
Almut Bacmeister-Boukherbata

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