Handy am Kind

Zeit für Kinder ist ungeteilte Zeit

Die Überschrift dieses Beitrages ist bewusst provokant, und scheinbar merkwürdig formuliert. Aber immer wieder erlebe ich vor allen Dingen junge Mütter, die mit ihren Sprösslingen unterwegs sind, und währenddessen mit dem Smartphone telefonieren. Gerade so, als wären die Kleinen gar nicht anwesend und schon gar nicht wichtig. Was soll ein Baby oder Kleinkind empfinden, wenn es glaubt, die Mama würde mit ihm sprechen, hört es doch ihre Stimme, Mama aber ganz versunken ins Gespräch ganz woanders hinschaut? Sind das nicht die ganz frühen Erfahrungen von: „Ich bin nicht wichtig!“? „Mama findet andere Sachen interessanter als mich. Spricht mit jemanden, den ich nicht wahrnehmen kann. Kümmert sich nicht um meine Belange…“ So und so ähnlich könnten die Gefühle sein, die ein solch kleines Wesen natürlich noch nicht auszudrücken vermag.

Handy am Kind ist ein NoGo!

Handy am Kind ist ein NoGo!

Wie soll ein kleines Kind echte Zuwendung erfahren, wenn Mama es durch die Gegend schiebt, und nicht etwa vorzugsweise mit ihm redet, lacht, schäkert, sondern mit dem scheinbar wichtigem Handy kommuniziert? Gerade, wenn die Kinder noch sehr klein sind, und gerade erst dabei sind, die Welt in der wir leben, kennen zu lernen, ist es wichtig, dass man nicht telefoniert, so lange die Kleinen die volle Aufmerksamkeit ihrer Mama brauchen.

Sie haben ein Recht auf ungeteilte Aufmerksamkeit, auf ungestörte Zuwendung durch die Mutter. Babys verstehen noch nicht, dass Mama mit jemanden anders redet, wenn sie telefoniert, schon gar nicht, wenn niemand weiteres zu sehen ist.

Natürlich ist es okay, mit dem Smartphone Fotoaufnahmen oder kleine Videos zu machen, DAS sind Momentaufnahmen, die auch den Kindern später zu gute kommen. Ein NoGo ist es allerdings, mit dem Handy zu telefonieren, oder sich anderweitig mit ihm zu beschäftigen, während man aktive Zeit mit dem Kind verbringt. So ist spazieren gehen, oder irgendwo hinfahren durchaus Zeit, die die Mutter bewusst mit ihrem Kleinen gestalten kann. Ansprache ist schließlich nicht nur für das Erlernen der Sprache, sondern auch für die Seele des Kindes wichtig.

Mache dir bewusst, dass diese frühen Prägungen dein Kind ein Leben lang begleiten werden. Es zu dem machen, was es sein wird. Ein Mensch, der als Baby erfahren hat, nicht wichtig zu sein, wird von diesem Gefühl ein Leben lang begleitet werden.

Im Leben eines Kindes gibt es genügend auch negative Prägungen, die wir als Eltern oft gar nicht verhindern können. Umso wichtiger ist es doch, negative Einflüsse von unseren Kindern fern zu halten, wenn wir können. Vermitteln wir also unseren Kindern nicht das Gefühl, nicht wichtig zu sein, nur, weil wir es gerade für notwendig halten, mit Freundin, Partner oder sonst jemanden zu telefonieren.

Falls ein Anruf kommt, können wir entweder den Anruf nicht beantworten, oder dem Anrufer kurz mitteilen, dass wir ihn später zurück rufen.

So bleibt die Zeit für das Kind das, was sie sein sollte: Ungeteilte Zeit!

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Almut Bacmeister-Boukherbata
Psychologische Beraterin & Paarberaterin in eigener Praxis seit 2001. In Hamburg lebend und praktizierend. Bietet seit 2010 auch mobile Beratung im Hamburger Umkreis an. Für alle, die nicht aus Ihrem Einzugsgebiet kommen, bietet sie Telefonberatung an. Ihre Arbeitsweise ist kreativ und intuitiv, Klientenbezogen. Bekannt unter dem Begriff: "Individuelle Wegbegleitung". Sie schreibt Bücher und betätigt sich künstlerisch.
Almut Bacmeister-Boukherbata

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