Gewaltfreie Kommunikation – Teil 3 – Wertfreies Zuhören

Bemühe dich trotz deiner Prägungen vorurteilsfrei zu zuhören

Vorurteile machen uns in allen Bereichen unseres Lebens das Leben schwer

Zum empathischen Zuhören, welches ich in meinem letzten Beitrag beschrieben habe, gehört auch zwingend das wertfreie Zuhören, wenn man sich mit gewaltfreier Kommunikation beschäftigen will.

Wir sind nicht nur durch Elternhaus und nähere Umwelt, sondern natürlich auch durch unsere Kultur und unseren Glauben geprägt. Dadurch haben sich Denk- und Sprachmuster in unserem Leben etabliert, die sich mitunter störend auf unsere Kommunikation auswirken können. Es wäre wünschenswert, sich von Ihnen zu verabschieden, wenn wir lernen wollen, wertfrei zu zuhören.

Gerade in unserer Kultur gibt es viele Worte, die schon früh unsere Denkweise geprägt und beeinflusst haben. Marshall B. Rosenberg bezeichnet die Benutzung dieser Worte als Wolfssprache. Als die Sprache, die uns fortführt von unserem eigentlichen Sein, und unseren Gefühlen, unserer Lebendigkeit  

Ein Beispiel ist das Wort „muss“, welches wir immer dann einsetzen, wenn wir fest davon überzeugt sind, Erwartungshaltungen entsprechen zu müssen: „Ich muss mich mehr anstrengen.“, „Du musst zur Arbeit.“, „Er müsste saubere Sachen anziehen.“ usw.

Man merkt gleich, dass das Wörtchen „muss“ kein guter Ratgeber ist, wenn ein Mensch auf seine eigenen Gefühle und Bedürfnisse achten will. 

Höre ich nun empathisch einem Mensch zu, und bemühe mich, seine Gefühle hinter seinen Worten zu hören und verstehen, dann ist es für das tuefere Verständnis nicht zielführend,  wenn ich in Denkkategorien, wie: „Er müsste“, verfangen bin. 

Ignoranz und Bewertungen sorgen dafür, nicht offen zuhören zu können

Das Gleiche passiert, wenn ich nicht wirklich offen für das Gespräch bin, sondern meinem Gegenüber mit Ignoranz begegne.

Wie die Abwertung, „Was jammert sie eigentlich?“, „Die soll sich mal an die eigene Nase fassen“, um nur 2 Beispiele zu nennen, sorgt die Ignoranz, als Ausdruck des Desinteresses dafür, dass ich nicht wirklich mit meiner Seele, meinem eigenen Gefühl beim anderen bin.

Als hilfreich erweist sich hier die Achtsamkeit, die ich mir selbst regelmässig zu teil werden lasse.  Mithilfe der Achtsamkeit spüre ich, ob ich offen bin, und ganz bei meinem Gegenüber, oder ob ich Dinge spüre, die mich ablenken.

Ein wertfreies Zuhören wird mir so erleichtert.

Offen und aktiv zuhören vereinfacht die Kommunikation

 

 

 

 

 

Nochmal: Für die Gewaltfreie Kommunikation ist es unabdingbar, nicht wertend, jedoch empathisch zu zuhören.

Wer (be)wertet, was ein andere sagt, bringt sich selbst in den Vordergrund und seine eigene Meinung mit ins Spiel. Das ist allerdings hinderlich, wenn man bemüht ist, die Gefühle des Gegenübers zu verstehen, die häufig ja nicht offen, sondern verklausoliert oder gar nicht ausgesorochen werden.  

Wertfreies Zuhören schafft due Voraussetzung dafür, wirklich empathisch zuhören zu können.

 

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Almut Bacmeister-Boukherbata
Psychologische Beraterin & Paarberaterin in eigener Praxis seit 2001. In Hamburg lebend und praktizierend. Bietet seit 2010 auch mobile Beratung im Hamburger Umkreis an. Für alle, die nicht aus Ihrem Einzugsgebiet kommen, bietet sie Telefonberatung an. Ihre Arbeitsweise ist kreativ und intuitiv, Klientenbezogen. Bekannt unter dem Begriff: "Individuelle Wegbegleitung". Sie schreibt Bücher und betätigt sich künstlerisch.
Almut Bacmeister-Boukherbata

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