Du bist dein eigener Selbstverhinderer – Teil 1


Wie ich mir selbst Steine in den Weg lege

Du bist Teil des Problems

Kennen wir das nicht alle irgendwie? Wir wollen etwas wirklich Wichtiges erledigen, werden aber kurzfristig krank, oder es kommt uns etwas anderes dazwischen. Das Auto fährt plötzlich nicht mehr, die Hunde sind fortgelaufen, oder oder oder.

Wenn du einmal einen Moment nachdenkst, fallen dir bestimmt Situationen aus deinem eigenen Leben ein, in denen du etwas nicht machen konntest, was dir wichtig war, weil etwas passierte, für das du keine Verantwortung trugst.

Was du vermutlich nicht ahntest: Möglicherweise warst du Teil des Problems. Das soll heißen, dass du unbewusst (d)ein Verhinderungsprogramm abgespult hast. Hättest du dich nämlich rechtzeitig um dein Auto und seinen technischen Zustand gekümmert, wärest du wahrscheinlich nicht liegen geblieben.

Deine Hunde konnten vielleicht nur deswegen fortlaufen, weil du versehentlich die Tür nicht richtig geschlossen hast. „Aber das war doch keine Absicht“, wirfst du jetzt vielleicht ein!? „Ich habe mein Auto immer warten lassen.“ „Außerdem kann ich nichts dafür, wenn ich krank werde.“ Ja. Alles richtig.

Die Seele ist schwierig zu ergründen, und macht es der Psychologie und uns selbst nicht leicht. Wir tun tatsächlich unbewusst Dinge, die uns dabei unterstützen, unser Selbstverhinderungsprogramm abzuspulen.

Du stehst dir oft selbst im Weg

Ein Beispiel:

Eine Frau ist seit langer Zeit auf Partnersuche. Immer wieder lernt sie Männer kennen, die durchaus an ihr Interesse haben. Es sind Männer, die sie attraktiv finden, und auch ihre Art mögen. Männer, die sich einlassen wollen. Dennoch scheitern diese Versuche immer wieder bereits nach einigen Wochen. Sie versteht nicht, woran das liegt, laufen die Beziehungen doch immer gut an. Nach kurzer Zeit allerdings verlieren die Männer das Interesse an ihr und wenden sich mit der einen oder anderen Ausrede ab.

Diese Frau hat ein ausgeprägtes Selbstverhinderungsprogramm laufen, namens: „Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden.“. Dieses tiefe, innen liegende, unbewusste Überzeugung sorgt dafür, dass sie, ohne es zu ahnen, sich so verhält, dass die Beziehungen zerstört werden. Gerade so, als suche sie die Bestätigung dafür, dass sie mit ihrem inneren Glauben recht hat.

Du siehst, da viele Prozesse unbewusst ablaufen, sorgen wir durchaus auf die eine oder andere Art dafür, dass wir nicht erreichen, was wir uns doch so sehnlich erwünschen. Krank zu werden ist ein probates Mittel, um etwas nicht tun zu müsssen, wovor wir z.B. unbewusst Angst haben. Damit meine ich keinesfalls, dass jemand nur so tut, als sei er krank, sondern ich rede von einer handfesten Erkältung oder einer anderen Erkrankung.

Bekannt ist doch, dass wir, falls wir die Nase voll von etwas haben, mit einem ordentlichen Schnupfen reagieren. Auch, dass wir mit Halsschmerzen reagieren, wenn wir etwas nicht mehr schlucken wollen. Angst kann ebenfalls zu einem solchen Phänomen führen, denn das ist ein ähnliches Wirkprinzip. Wir stehen uns also häufig selbst im Weg, einfach, weil unsere Psyche uns austrickst.

Wichtig ist, zu erkennen, dass wir häufig unbewusst zum Misslingen einer Sache beitragen, indem wir ebenfalls unbewusst, etwas inszenieren. Die Tür nicht richtig zu verschließen, ist solche eine Verhaltensweise mit den weitreichenden Folgen, dass die Hunde fortlaufen, und du nicht rechtzeitig los kommst.

Unsere Seele ist überaus geschickt, und sorgt für uns. Notfalls auch mit falschem Verhalten.

Ein komplexes Thema, welches noch weitere Beiträge fordert.

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Almut Bacmeister-Boukherbata
Psychologische Beraterin & Paarberaterin in eigener Praxis seit 2001. In Hamburg lebend und praktizierend. Bietet seit 2010 auch mobile Beratung im Hamburger Umkreis an. Für alle, die nicht aus Ihrem Einzugsgebiet kommen, bietet sie Telefonberatung an. Ihre Arbeitsweise ist kreativ und intuitiv, Klientenbezogen. Bekannt unter dem Begriff: "Individuelle Wegbegleitung". Sie schreibt Bücher und betätigt sich künstlerisch.
Almut Bacmeister-Boukherbata

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