Die Anerkennung älterer Menschen …

© GordonGrand - fotolia.com - Einsamkeit im Alter

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… würde einer Alterseinsamkeit entgegenwirken.

Aufwachen!

Altersdepressionen sind unter anderem auch gesellschaftlich bedingt.

Einsamkeit im Alter führt häufig zu Depressionen. Zu den ohnehin vorhandenen und massiven physischen Einschränkungen kommt irgendwann das schreckliche Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden. Nicht mehr dazu zu gehören. Nicht mehr von der Gesellschaft gewollt zu sein. Zu alt, um interessant zu sein. Weder für seine eigenen bereits erwachsenen Kinder, noch für andere Menschen anderer Altersklassen.  Maximal als Großeltern gewollt, die ihre Enkelkinder kostenlos sitten und mit willkommenen Geschenken überhäufen.

Der Körper will schon nicht mehr, wie man selbst, die Zeit fliegt vorbei, man wird langsamer. Immer mehr Wehwehchen stellen sich ein, immer weniger gut funktionieren die Sinne, wie Sehen, Hören oder Riechen. Auch das Gedächtnis lässt immer mehr zu wünschen übrig. Grund genug, sich auch im Allgemeinbefinden schlechter zu fühlen. Wenn man Glück hat, dann ist man nicht krank, und leidet dennoch mehr oder weniger unter den Einschränkungen, die niemals mehr zu beheben sind.

Unsere Gesellschaft hat immer noch keine gute Lösung dafür, dass wir Menschen zwar immer länger leben, aber Einsamkeit und Leid uns im Alter einholen. Fit bis ins hohe Alter sind die Wenigsten. Und wenn, dann nur relativ zu Ihren Altersgenossen gesehen.

Es ist an der Zeit, die „Weisheit des Alters“ als hohes Gut anzusehen, wie es in anderen Gesellschaften durchaus der Fall ist. Alte Menschen werden dort nicht auf das Abstellgleis geschoben, sondern leben in ihre Familien integriert. Ihr Rat und Ihre Weisheit werden von jüngeren Menschen geschätzt, so dass die „Alten“ sich noch wichtig und gebraucht fühlen. Sie werden geehrt und geachtet. Das alles ist auch ein probates Mittel gegen Depression.Eine von vielen Möglichkeiten des so notwendigen gesellschaftlichen Umdenkens.Obwohl unsere Gesellschaft bekanntermaßen immer älter wird, gibt es keine psychologischen Rezepte gegen Alterseinsamkeit. Die Senioren mit ihrer guten Kaufkraft wirtschaftlich zu berücksichtigen, das gelingt immer mehr. Dort, wo wirtschaftliche Interessen vorherrschen, klappt es ganz gut, die älteren Menschen als wichtig anzusehen. Aber auch nur dort.

Ja, es ist wahr. Spätestens ab Mitte 50 baut die ältere Generation ab. Wir sind nicht mehr so belastbar, wenn auch immer noch belastbarer als die Generationen nach uns, ;-)) und wir werden langsamer und vergesslicher. Aber wir besitzen etwas, was jüngeren Menschen gut tun würde: Lebenserfahrung, Wissen, welches wir in unserem langen Leben angesammelt haben.

Die Weisheit älterer Menschen könnte manch jungem Menschen schlechte Erfahrungen ersparen (nur ein paar … ;-), andere sollen sie ruhig selbst machen). Mancher Firma könnte die Altersweisheit auch wirtschaftlich helfen.

Stattdessen glauben die meisten jungen Menschen, sie seien intelligenter, lebensnaher und angepasster an die aktuelle Zeit, als ältere Menschen. Selbst wenn diese modern sind, und mit offenen Augen durch das Leben gehen, so glauben viele junge Leute, alte Menschen seien „verstaubt“ und „weltfremd“ und das nur, weil diese einen anderen Blick auf das Leben haben.

Umdenken ist angesagt. Kinder müssten wieder zu einer Wertschätzung älterer Menschen erzogen werden. Die reife Generation sollte auch gesellschaftlich gefragt sein. Als Mitarbeiter und Angestellte in Firmen, die Rücksicht darauf nehmen, dass die körperliche Leistungsfähigkeit abnimmt, aber nicht die geistige. Chefs, die genau das wertschätzen, was ein erfahrener Mitarbeiter mitbringt.

Senioren im Fernsehen, und das nicht nur in sogenannten Seniorensendungen, sondern auch als Nachrichtensprecher, Moderatoren usw. Es gibt viele Möglichkeiten, das gesellschaftliche Denken auf Dauer zu beeinflussen.

Fangen wir an, endlich aufzuwachen!

Und noch ein Wort an alle junge Menschen, die den Beitrag bis hier gelesen haben: Auch ihr werdet unweigerlich älter und alt!

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Almut Bacmeister-Boukherbata
Psychologische Beraterin & Paarberaterin in eigener Praxis seit 2001. In Hamburg lebend und praktizierend. Bietet seit 2010 auch mobile Beratung im Hamburger Umkreis an. Für alle, die nicht aus Ihrem Einzugsgebiet kommen, bietet sie Telefonberatung an. Ihre Arbeitsweise ist kreativ und intuitiv, Klientenbezogen. Bekannt unter dem Begriff: "Individuelle Wegbegleitung". Sie schreibt Bücher und betätigt sich künstlerisch.
Almut Bacmeister-Boukherbata

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